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MPU verstehen · Tilgungsfristen

Verjährt eine MPU? Nein. Aber Taten werden gelöscht.

Viele hoffen, die MPU einfach „aussitzen“ zu können.

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Verjährung

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Wir sehen uns das Gutachten mit Ihnen an, finden heraus, woran es lag, und bereiten den nächsten Versuch richtig vor.

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Kurz gesagt

Eine MPU-Anordnung verjährt nicht. Maßgeblich ist, ob die Tat noch im Fahreignungsregister eingetragen und verwertbar ist. Erst nach Tilgung und Überliegefrist darf sie Ihnen nicht mehr vorgehalten werden.

  • Tilgungsfristen nach § 29 StVG: 2,5, 5 oder 10 Jahre, je nach Eintrag.
  • Nach einer Entziehung beginnt die Frist erst mit der Neuerteilung, spätestens aber fünf Jahre nach der Entscheidung.
  • Danach folgt eine Überliegefrist von einem Jahr bis zur Löschung.
Rechtsgrundlage
§ 29 StVG
Tilgung 1-Punkt-Ordnungswidrigkeit
2,5 Jahre
Tilgung 2-Punkte-OWi, Straftat ohne Entziehung
5 Jahre
Tilgung Straftat mit Entziehung oder Sperre
10 Jahre
Überliegefrist
1 Jahr

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8 Punkte

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8 Punkte: Entziehung

Die Fahrerlaubnis wird entzogen. Eine Neuerteilung ist frühestens nach 6 Monaten möglich, in der Regel nur mit positivem MPU-Gutachten.

Stufen nach dem Fahreignungsregister (§ 4 StVG). Punkte verfallen nach 2,5, 5 oder 10 Jahren.

Warum es keine „MPU-Verjährung“ gibt

Die MPU ist keine Strafe, die nach einer bestimmten Zeit verfällt. Die Behörde verlangt das Gutachten, weil Tatsachen Zweifel an Ihrer Eignung begründen. Solange diese Zweifel bestehen und Sie kein positives Gutachten vorlegen, bekommen Sie keine Fahrerlaubnis, egal wie viele Jahre vergehen.

Was sich mit der Zeit ändert, ist die Grundlage: Ist die Tat aus dem Fahreignungsregister getilgt und die Überliegefrist abgelaufen, darf sie nicht mehr gegen Sie verwendet werden. Dann kann die Behörde eine MPU nicht mehr auf diese Tat stützen.

Die Tilgungsfristen im Überblick

Wie lange ein Eintrag gespeichert bleibt, regelt § 29 StVG:

EintragTilgungsfristplus Überliegefrist
Ordnungswidrigkeit mit 1 Punkt2,5 Jahre1 Jahr
Ordnungswidrigkeit mit 2 Punkten, Straftat ohne Entziehung5 Jahre1 Jahr
Straftat mit Entziehung der Fahrerlaubnis oder isolierter Sperre10 Jahre1 Jahr

Die Frist beginnt grundsätzlich mit der Rechtskraft der Entscheidung. Jeder Eintrag hat dabei seine eigene Frist.

Fragen zu Tilgungsfristen? Wir helfen gern.

Schreiben Sie uns einfach, wie Ihr Fall aussieht. Unser Team antwortet persönlich, unverbindlich und kostenlos.

Sonderfall Entziehung: bis zu 15 Jahre

Wurde die Fahrerlaubnis entzogen, beginnt die Tilgungsfrist nicht sofort. Sie startet erst mit der Neuerteilung der Fahrerlaubnis, spätestens aber fünf Jahre nach der Entscheidung (Anlaufhemmung).

Das bedeutet: Wer nach einer Trunkenheitsfahrt mit Entziehung nie eine neue Fahrerlaubnis beantragt, muss mit 5 Jahren bis zum Fristbeginn plus 10 Jahren Tilgungsfrist rechnen, also bis zu 15 Jahren, dazu die Überliegefrist von einem Jahr.

BeispielZeitpunkt
Rechtskräftige Entziehung wegen TrunkenheitsfahrtJahr 0
Keine Neuerteilung, Fristbeginn spätestensnach 5 Jahren
Ende der 10-jährigen Tilgungsfristnach 15 Jahren
Löschung nach Überliegefristnach 16 Jahren

Das ist eine vereinfachte Rechnung. Wie die Fristen in Ihrem Fall liegen, zeigt der KBA-Auszug.

Überliegefrist und Verwertungsverbot

Nach Ablauf der Tilgungsfrist wird der Eintrag nicht sofort gelöscht. Er bleibt noch ein Jahr gespeichert, die sogenannte Überliegefrist. In dieser Zeit darf er nur noch eingeschränkt genutzt werden.

Ist der Eintrag gelöscht, gilt ein Verwertungsverbot: Die Tat und die Entscheidung dürfen Ihnen im Fahrerlaubnisverfahren nicht mehr vorgehalten werden. Auch der Gutachter darf sie dann nicht mehr heranziehen.

Wichtig: Was in Ihrer Führerscheinakte steht, ist nicht automatisch verwertbar. Maßgeblich ist, ob die Tat nach den Fristen des § 29 StVG noch verwendet werden darf.

Was das für Ihre Neuerteilung bedeutet

  • Tat noch verwertbar: Die Behörde kann die MPU darauf stützen. Warten bringt dann nur verlorene Zeit.
  • Tat getilgt und gelöscht: Eine MPU allein wegen dieser Tat ist nicht mehr zulässig. Die Behörde kann aber eine MPU verlangen, wenn andere, noch verwertbare Tatsachen Zweifel begründen.
  • Lange ohne Fahrerlaubnis: Unabhängig von der MPU kann die Behörde nach § 20 FeV eine erneute theoretische und praktische Prüfung verlangen, wenn Zweifel an Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten bestehen. Eine feste Jahresgrenze nennt das Gesetz dafür nicht.

Für die meisten ist Warten deshalb kein guter Plan. Wer seine Eignung mit einer MPU belegt, fährt in der Regel Jahre früher wieder. Zur MPU-Vorbereitung

So finden Sie Ihre Fristen heraus

Welche Einträge über Sie gespeichert sind und wann sie getilgt werden, steht im Auszug aus dem Fahreignungsregister. Die Auskunft beim Kraftfahrt-Bundesamt ist kostenlos. So beantragen Sie den KBA-Auszug

Zusätzlich lohnt sich Akteneinsicht bei der Führerscheinstelle, bevor Sie die Einverständniserklärung unterschreiben. Wenn Sie uns beides schicken, prüfen wir im Erstgespräch, welche Einträge für Ihre MPU noch eine Rolle spielen.

HinweisDiese Seite erklärt die allgemeine Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Berechnung von Tilgungsfristen hängt von Details ab, etwa vom Datum der Rechtskraft und von weiteren Einträgen. Im Zweifel lassen Sie Ihre Fristen von einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Verkehrsrecht prüfen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Verjährt eine MPU nach 10 Jahren?

Nein, eine MPU verjährt nicht. Nach Ablauf der Tilgungsfrist und der Überliegefrist darf die zugrunde liegende Tat aber nicht mehr verwertet werden. Bei einer Entziehung kann das bis zu 15 Jahre plus ein Jahr dauern.

Wann wird ein Eintrag im Fahreignungsregister gelöscht?

Nach Ablauf der Tilgungsfrist von 2,5, 5 oder 10 Jahren und einer anschließenden Überliegefrist von einem Jahr.

Bekomme ich nach Ablauf der Tilgungsfrist meinen Führerschein automatisch zurück?

Nein. Sie müssen einen Antrag auf Neuerteilung stellen. Die Behörde prüft dann, ob noch verwertbare Tatsachen eine MPU rechtfertigen. Zum Antrag

Kann man die Tilgungsfrist verkürzen?

Nein. Die Fristen sind gesetzlich festgelegt. Sie können nur prüfen lassen, ob sie in Ihrem Fall richtig berechnet wurden.

Wie finde ich heraus, wann meine Tat getilgt wird?

Mit einem kostenlosen Auszug aus dem Fahreignungsregister beim Kraftfahrt-Bundesamt. So beantragen Sie ihn

Kann die Behörde nach der Tilgung trotzdem eine MPU verlangen?

Nicht wegen der getilgten Tat. Bestehen aber andere, noch verwertbare Hinweise auf fehlende Eignung, ist eine MPU weiterhin möglich.

Muss ich nach vielen Jahren ohne Führerschein die Prüfung wiederholen?

Das kann die Behörde nach § 20 FeV verlangen, wenn Zweifel an Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten bestehen. Eine feste Jahresgrenze gibt das Gesetz nicht vor.

Lohnt sich Warten in Ihrem Fall?

Schicken Sie uns Ihren KBA-Auszug oder Bescheid. Wir sehen nach, welche Einträge noch zählen, und sagen Ihnen ehrlich, ob Warten oder Vorbereiten der bessere Weg ist.

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