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Alkohol · Ohne vollständigen Verzicht

Kontrolliertes Trinken. Weniger, geplant und belegbar.

Nicht jede Alkohol-MPU verlangt lebenslangen Verzicht.

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  • 30+ Jahre Erfahrung im Team
Alkohol

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Wir sehen uns das Gutachten mit Ihnen an, finden heraus, woran es lag, und bereiten den nächsten Versuch richtig vor.

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Kurz gesagt

Kontrolliertes Trinken heißt: Sie trinken nach festen, selbst gesetzten Regeln deutlich weniger und halten das über Monate stabil. Für die MPU kommt es meist nur bei Hypothese A3 in Frage.

  • Als Orientierung gelten höchstens 2 Standardgetränke pro Anlass und mehrere alkoholfreie Tage pro Woche.
  • Der reduzierte Konsum wird mit Laborwerten wie EtG im Haar oder PEth im Blut belegt.
  • Bei Abhängigkeit (A1) und in der Regel bei A2 ist kontrolliertes Trinken keine Option.
Möglich vor allem bei
Hypothese A3 (Alkoholgefährdung)
Pro Anlass
höchstens 2 Standardgetränke
Pro Woche
möglichst nicht mehr als 10–12 Standardgetränke
Stabil seit
mindestens 6 Monaten (Kriterium A 3.3 K)
Nachweis
EtG-Haaranalyse oder PEth-Bluttest

Alkohol-MPU im Überblick

Worauf der Gutachter bei Alkohol schaut.

Tippen Sie auf einen Punkt. Genau diese Themen arbeiten wir in der Vorbereitung mit Ihnen auf.

Prüfbereich 01 · A-Kriterien

Trinkgeschichte

Der Gutachter prüft, ob Sie Ihr früheres Trinken realistisch und widerspruchsfrei schildern. Ihre Angaben werden mit der Akte und dem Blutalkoholwert abgeglichen. Ein hoher Promillewert spricht für Gewöhnung an Alkohol, das muss Ihre Schilderung erklären können.

Typische Fragen im Gespräch

  • Wie viel haben Sie am Tattag getrunken, und passt das zu Ihrem Wert?
  • Wie hat sich Ihr Trinken über die Jahre entwickelt?
  • Ab wann war es aus heutiger Sicht zu viel?

So bereiten wir Sie vor

Wir rekonstruieren Ihre Trinkgeschichte mit Ihnen anhand der Akte, damit Ihre Angaben schlüssig sind und zum Befund passen.

Ihr Weg zur Alkohol-MPU

Was passiert
Anordnung, Fragestellung und Fristen der Behörde lesen, Akteneinsicht nehmen.
Ihre Aufgabe
Schreiben der Behörde und Strafbefehl bereithalten.
Unsere Unterstützung
Wir prüfen die Unterlagen und erklären, was die Fragestellung bedeutet.

MPU-Quiz · 2 Minuten

Wie gut sind Sie vorbereitet?

Typische Fragen zu Ablauf, Abstinenz, Kriterien und Begutachtung. Mit Erklärung nach jeder Antwort.

Abstinenzrechner · kostenlos

Abstinenzrechner Alkohol: Wie lange müssen Sie abstinent sein?

Ein paar Fragen nach den Beurteilungskriterien. Sie sehen Ihren Richtwert in Monaten und wann Ihr Nachweis vollständig ist.

Light-Version nach den Beurteilungskriterien. Ihre genaue Einordnung prüfen wir im kostenlosen Erstgespräch.

Alles zum Abstinenzrechner Alkohol

Orientiert an den Beurteilungskriterien (Hypothesen A1–A3, D1–D3), nach denen alle Begutachtungsstellen arbeiten. Die Einordnung trifft am Ende der Gutachter. Ihre Angaben verlassen Ihren Browser nur, wenn Sie sie uns schicken.

Selbst ausprobieren

Promille-Rechner: Was droht bei welchem Wert?

Schieben Sie den Regler auf Ihren Wert und sehen Sie, welche Folgen in der Regel gelten.

Die Werte zeigen die Regel. Was in Ihrem Fall gilt, klären wir im kostenlosen Erstgespräch.

1,6 ‰

Ab 1,6 ‰

Die Behörde ordnet in der Regel eine MPU an (§ 13 FeV). Das gilt auch auf dem Fahrrad oder E-Scooter.

Allgemeine Rechtslage für Pkw beim ersten Verstoß. Ersetzt keine Rechtsberatung.

Was kontrolliertes Trinken bedeutet

Beim kontrollierten Trinken, kurz KT, verzichten Sie nicht vollständig auf Alkohol. Sie steuern Ihren Konsum bewusst: Sie legen vorher fest, wann, wie viel und in welchem Rahmen Sie trinken, und halten sich daran.

Ziel ist ein risikoarmes Maß. Für die MPU reicht es nicht, „etwas weniger“ zu trinken. Der Gutachter erwartet ein klares Konzept, das Sie erklären können, und Belege, dass Sie es seit Monaten umsetzen.

Unabhängig davon gilt immer: Wer getrunken hat, fährt nicht. Kontrolliertes Trinken und Fahren schließen sich aus.

Wann kontrolliertes Trinken möglich ist

Maßgeblich ist die Hypothese, der Ihr Fall zugeordnet wird. Die A-Kriterien im Überblick

  • A3, Alkoholgefährdung: Hier ist kontrolliertes Trinken der vorgesehene Weg, wenn Sie Ihre Trinkmotive verstanden haben und den Konsum stabil reduziert haben.
  • A2, Missbrauch: In der Regel wird Verzicht erwartet. Kontrolliertes Trinken akzeptieren Gutachter nur in seltenen Ausnahmen, mit belastbarem Konzept, toxikologischen Kontrollen und fachlicher Begleitung (Kriterium A 2.7 N).
  • A1, Abhängigkeit: Nicht möglich. Hier ist dauerhafte Abstinenz nötig.

Für die Einordnung zählen unter anderem Ihr Alter, die Höhe des Promillewerts, ob es Wiederholungen gab und unter welchen Umständen die Fahrt stattfand. Wer zum ersten Mal aufgefallen ist und keine weiteren Hinweise auf eine Alkoholproblematik zeigt, hat die besten Voraussetzungen.

Fragen zu kontrolliertem Trinken? Wir helfen gern.

Schreiben Sie uns einfach, wie Ihr Fall aussieht. Unser Team antwortet persönlich, unverbindlich und kostenlos.

Die Regeln als Orientierung

Es gibt keine gesetzlich festgelegten Mengen. In der Beratung haben sich folgende Orientierungswerte bewährt. Ihr persönliches Konzept kann strenger sein.

RegelOrientierungswert
Pro Trinkanlasshöchstens 2 Standardgetränke
Pro Wochemöglichst nicht mehr als 10–12 Standardgetränke
Alkoholfreie Tagemehrere pro Woche
Ein Standardgetränketwa 0,3 l Bier, 0,125 l Wein oder 0,04 l Spirituose
Straßenverkehrnach Alkohol grundsätzlich nicht fahren

Zum Konzept gehören auch Regeln für schwierige Situationen: Was tun Sie auf einer Feier, wenn nachgeschenkt wird? Was, wenn Sie Stress haben und früher zum Glas gegriffen hätten? Diese Fragen kommen im Gespräch sicher. Typische Fragen bei der Alkohol-MPU

EtG und PEth: wie Ihr Konsum geprüft wird

Beim kontrollierten Trinken soll das Labor nicht null zeigen, sondern einen niedrigen Wert, der zu Ihren Angaben passt. Dafür eignen sich zwei Marker:

  • EtG im Haar: Ethylglucuronid lagert sich im Haar ein und bildet den Konsum der vergangenen Monate ab. Für Alkohol werden höchstens 3 cm Haar untersucht, also etwa drei Monate. Die erste Probe können Sie sofort abgeben, sie zählt rückwirkend für die letzten drei Monate. Eine zweite Probe drei Monate später deckt die folgenden drei Monate ab. Werte ab 30 pg/mg gelten nach internationalem Konsens als Hinweis auf übermäßigen Konsum.
  • PEth im Blut: Phosphatidylethanol zeigt den Alkoholkonsum der letzten Wochen. Mehrere Messungen über die Zeit ergeben ein gutes Bild Ihres Trinkverhaltens.

EtG im Urin weist dagegen nur Konsum der letzten Tage nach. Es eignet sich vor allem für Abstinenzprogramme. Wie Urin- und Haarkontrollen ablaufen, welche Labore in Frage kommen und was ein Programm ungültig macht, steht auf der Seite zum Abstinenznachweis.

Häufige Fehler

  • Zu früh auf KT setzen: Wer der Hypothese A2 zugeordnet wird, aber nur reduziert hat, bekommt meist ein negatives Gutachten und verliert Monate.
  • Kein schriftliches Konzept: „Ich trinke jetzt nur noch selten“ ist kein Konzept. Der Gutachter will konkrete Regeln hören.
  • Werte, die nicht zur Schilderung passen: Wenn Sie zwei Gläser pro Woche angeben, der Laborwert aber deutlich mehr zeigt, ist Ihre Glaubwürdigkeit dahin.
  • Zu kurzer Zeitraum: Die Veränderung muss in der Regel seit mindestens sechs Monaten stabil sein.

Der Weg

So belegen Sie kontrolliertes Trinken

Ein typischer Ablauf. Die Dauer der einzelnen Phasen hängt von Ihrem Fall ab.

  1. 01Fall einordnen
  2. 02Abstinenzphase
  3. 03Konzept festlegen
  4. 04Kontrolliert trinken und belegen
  5. 05Im Gespräch erklären
  1. Fall einordnen

    Zuerst klären, ob A3 wahrscheinlich ist und KT überhaupt in Frage kommt.

    Details zu „Fall einordnen“

    Grundlage sind Strafbefehl, Promillewert, eventuelle Voreintragungen und Ihre Trinkgeschichte. Ist A2 wahrscheinlicher, planen Sie besser direkt mit Abstinenz.

  2. Abstinenzphase

    Häufig steht am Anfang eine Phase ohne Alkohol. Vorgeschrieben ist sie bei A3 nicht.

    Details zu „Abstinenzphase“

    Sie kann helfen, alte Gewohnheiten zu unterbrechen, und schafft eine saubere Ausgangslage für die Laborwerte. Wie lange sie dauert, besprechen wir im Einzelfall.

  3. Konzept festlegen

    Sie definieren Ihre Regeln: Mengen, Anlässe, alkoholfreie Tage, Verhalten in Risikosituationen.

    Details zu „Konzept festlegen“

    In der Vorbereitung erarbeiten wir die Regeln gemeinsam und prüfen, ob Sie sie begründen können.

  4. Kontrolliert trinken und belegen

    Über mehrere Monate setzen Sie das Konzept um. Haar- oder Blutwerte dokumentieren den niedrigen Konsum.

    Details zu „Kontrolliert trinken und belegen“

    Die erste Haarprobe können Sie sofort abgeben, sie belegt rückwirkend etwa drei Monate. Eine zweite folgt drei Monate später. Haben Sie Ihr Trinkverhalten schon vorher umgestellt, ist der Nachweis so oft nach rund drei Monaten vollständig. Die Veränderung selbst sollte nach Kriterium A 3.3 K mindestens sechs Monate stabil sein, weil erst dann erkennbar ist, dass sie im Alltag hält.

  5. Im Gespräch erklären

    Sie schildern, warum Sie früher zu viel getrunken haben, wie Ihr Konzept aussieht und warum es hält.

    Details zu „Im Gespräch erklären“

    Vorher üben Sie das Gespräch in einer MPU-Simulation mit einem anderen Psychologen.

HinweisDiese Seite gibt allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder medizinische Beratung. Ob kontrolliertes Trinken für Sie in Frage kommt, entscheidet der Gutachter im Einzelfall.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wird kontrolliertes Trinken bei der MPU anerkannt?

Ja, wenn Ihr Fall der Hypothese A3 entspricht und Sie ein schlüssiges Konzept mit passenden Laborwerten vorlegen. Bei A2 nur ausnahmsweise, bei A1 nicht.

Wie viel darf ich beim kontrollierten Trinken trinken?

Als Orientierung höchstens 2 Standardgetränke pro Anlass, mehrere alkoholfreie Tage und nicht mehr als 10–12 Standardgetränke pro Woche. Zu den Regeln

Wie lange muss ich kontrolliertes Trinken nachweisen?

Die Veränderung sollte nach den Kriterien mindestens sechs Monate stabil sein. Belegt wird das zum Beispiel mit zwei Haaranalysen: eine sofort, die rückwirkend etwa drei Monate abdeckt, und eine drei Monate später. Wer früh umgestellt hat, ist so oft nach rund drei Monaten startklar.

Brauche ich trotzdem Laborkontrollen?

Ja. Ohne Belege bleibt Ihre Schilderung eine Behauptung. Üblich sind EtG-Haaranalysen oder PEth-Bluttests über den gesamten Zeitraum.

Ist kontrolliertes Trinken einfacher als Abstinenz?

Nicht unbedingt. Viele empfinden feste Regeln im Alltag als anspruchsvoller als einen klaren Verzicht. Und das Gespräch prüft Ihr Konzept sehr genau.

Kann ich von Abstinenz zu kontrolliertem Trinken wechseln?

Das hängt von Ihrer Hypothese ab. Wer A3 zugeordnet wird, kann nach einer Abstinenzphase zu kontrolliertem Trinken übergehen. Klären Sie das vorher, damit Ihr Nachweis nicht wertlos wird.

Kommt kontrolliertes Trinken für Sie in Frage?

Im kostenlosen Erstgespräch schätzen wir ein, welche Hypothese wahrscheinlich ist. So wissen Sie, ob Sie mit KT oder besser mit Abstinenz planen.

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